|
Psychohistorie
Vorschau: 26. Jahrestagung 30.
März – 1. April 2012 in Göttingen, siehe http://www.uni-forst.gwdg.de/~wkurth/psh/tagung2012.htm siehe auch www.psychohistorie.de
Die
Psychohistorie widmet sich der Untersuchung der unbewußten Wurzeln
und Hintergründe von geschichtlichen Entwicklungen, gesellschaftlichen
Institutionen, kulturellen Normen und politischen Entscheidungen.
Im Vergleich zu anderen Richtungen, die ebenfalls einen psychoanalytischen
Blickwinkel auf Geschichte, Kultur und Politik richten (z. B. in
der Tradition der »Frankfurter Schule«), ist die Psychohistorie
in höherem Maße darauf ausgerichtet, die Fassade von rationaler
Zweckmäßigkeit in Frage zu stellen, die das geschichtliche Handeln,
politische Ziele oder wirtschaftliche Interessen dem oberflächlichen
Betrachter meist darbieten. Aus dem durch Freud möglich gewordenen
Verständnis des durchschlagenden Einflusses der Kindheitsschicksale
auf die – oft sehr irrationalen – Verhaltensweisen und Einstellungen
im Erwachsenenalter (auch auf gesellschaftlicher Ebene) ergibt sich
so ein Forschungsschwerpunkt zur Kindheitsgeschichte bis hin
zu Erfahrungen vor und während der Geburt, bei dem die vielfältigen
Auswirkungen der historischen Evolution der Kindererziehung
auf die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen
deutlich werden. Die Bemühungen zielen darauf, neue Chancen
des tiefenpsychologisch reflektierenden Mitwirkens an der gesellschaftlichen
Meinungs- und Willensbildung zu eröffnen – in der Hoffnung,
der mächtigen Sogwirkung von Feindbildern, Zerstörung und Gewalt
vorzubeugen, den Werten der Solidarität und Kooperation mehr
Geltung zu verschaffen und damit unseren Fähigkeiten, kreative Lösungen
für unsere Probleme und Konflikte zu finden, zur Entfaltung
zu verhelfen.
Menschheitsgeschichte
als psychologischer Entwicklungsprozess Janus,
L.
Reihe
»Jahrbuch für psychohistorische Forschung«
•
Psychohistorie, Gruppenphantasien und Krieg
•
Gruppenfantasien und Gewalt (Band 1)
•
Psychohistorie und Persönlichkeitsstruktur (Band 2)
•
Trauma, gesellschaftliche Unbewußtheit und Friedenskompetenz (Band 3)
•
Psychohistorie und Politik (Band 4)
•
Symbolik, gesellschaftliche Irrationalität und Psychohistorie (Band 5)
•
Fundamentalismus und gesellschaftliche Destruktivität (Band 6)
•
Emotionale Strukturen, Nationen und Kriege (Band 7)
•
Kindheit, gesellschaftliche Entwicklung und kollektive
Fantasien (Band 8)
•
Psychohistorie und Globalisierung
(Band 9)
•
Psychologie der Finanzkrise
(Band 10)
•
Psychohistorie der Krise
(Band 11)
•
Wurzeln und Barrieren von Bezogenheit
(Band 12)
|